Miwa Ogasawara

Still

 

Eröffnung: 18. Januar 2019 | 19 Uhr

19. Januar – 9. März 2019

 

Künstleringespräch: Nicola Graef mit Miwa Ogasawara

19. Januar 2019 | 16 Uhr

 

Still, Miwa Ogasawaras erste Ausstellung bei Loock, zeigt zwischen 2009 und 2017 entstandene Malereien der Künstlerin. Ihre Bilder, die aus Schichten von gedeckten Farben entstehen, stellen Alltagsgegenstände und Situationen, architektonische Räume und Umgebungen dar. Ihre Sujets, die von Glaskugeln und Leuchtstofflampen bis hin zu Menschen auf Bahnsteigen und Wolken am Himmel reichen, sind dem Betrachter bekannt. Die verschwommenen, manchmal traumartigen Darstellungen lassen ganz unterschiedliche Interpretationen zu.  

 

Die Vieldeutigkeit von Ogasawaras Malerei leitet sich vom Interesse der Künstlerin ab, unsere Aufmerksamkeit auf Momente und Dinge zu lenken, die wir nicht immer erkennen oder ganz verstehen können. Neben der Auseinandersetzung mit existentiellen Fragen wie „Wer sind wir?“ und „Wie leben wir?“, widmet sich die Künstlerin anderen, nicht konkret greifbaren Themen, und es ist ihr ein Anliegen, natürliche, politische, ökologische und gesellschaftliche Widersprüche sowie die Fragilität der menschlichen Existenz sichtbar zu machen.

 

Ihre Bilder werden in der Galerie sowie im Showroom ausgestellt, wo ein Profilportrait von Virginia Woolf gezeigt wird. Im Gegensatz zu den Malereien im Hauptraum der Galerie ist in dieser figurativen Arbeit eine spezifische Person dargestellt – eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Dies ist nicht nur eine Hommage an Woolf, sondern unterstreicht angesichts der tragischen Biografie der Schriftstellerin die Kämpfe, die Frauen auf dem Weg zur Emanzipation durchstehen müssen. Was man sonst nicht sieht – neben der Ambivalenz ein zentrales Thema in Ogasawaras Werk – wird hier wahrnehmbar.

 

Miwa Ogasawara, 1973 in Kyoto geboren, hat ihr Studium der Bildenden Künste an der Hochschule für Bildende Kunst Hamburg 2007 mit dem BA abgeschlossen. Ihre Arbeiten werden in Einzel- und Gruppenausstellungen in Japan, Deutschland, Frankreich, Österreich und den USA gezeigt. Sie erhielt Stipendien von der japanischen Agentur für Kulturangelegenheiten (Programm für Auslandsstudien), der Konrad-Adenauer-Stiftung (Else-Heiliger-Fonds) und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst. Ihre Arbeiten befinden sich in der Sammlung des Centre Pompidou, der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, der Sammlung Junge Kunst im Bundesministerium für Umwelt, der Burger Collection, sowie den Sammlungen der 1223 Gendaikaiga und des Arario Museums.