Alec Soth

I Know How Furiously Your Heart Is Beating

 

19. März 2019 – 18. April 2019

Freitag, den 29. März 2019 | 19-21 Uhr: Empfang in Anwesenheit von Alec Soth

Samstag, den 30. März 2019 | 18 Uhr: Künstlergespräch mit Anne-Christin Bertrand mit anschließendem Booksigning bei Buchhandlung Walther König an der Museumsinsel, Burgstraße 27, 10178 Berlin

 

Loock freut sich die sechste Einzelausstellung von Alec Soth I Know How Furiously Your Heart Is Beating in Berlin zu eröffnen. 

Alec Soth (*1969) ist spätestens seit seiner Veröffentlichung der Serie Sleeping by the Mississipi (2004) und Aufnahme als Vollmitglied bei der Bildagentur Magnum (2008) fest in der internationalen Fotoszene verankert. 

Einem Kaleidoskop ähnlich, spiegelt Soth in seinen Serien, wie Looking for Love (1996), NIAGARA (2006), Broken Manual (2010) und Songbook (2015) gesellschaftspolitische Realitäten, die jenseits omnipräsenter Bilder und Kampagnen von Glamour, Werbung und politisch konstruierten „Wirklichkeiten“ liegen. Interieurs und eindringliche Porträts von Menschen in ihren Lebensräumen, in suburbanen und urbanen Landschaften, die er bei Reisen durch die Vereinigten Staaten fotografiert hat, erzählen poetisch und melancholisch von den ökomischen, ethnischen und menschlichen Gegensätzen einer tief zerrissenen US-amerikanischen Gesellschaft.

In seiner zwischen 2017 und 2018 entstandenen Serie I Know How Furiously Your Heart Is Beating zeigt Soth in großformatigen Farbfotografien Individuen in ihren Innenräumen. Hatte er sich in Sleeping by the Mississipi noch auf die Räume seiner Protagonisten fokussiert, so geht es jetzt um das Porträt – subjektiv und persönlich. 

„When I returned to photography, I wanted to strip the medium down to its primary elements. Rather than trying to make some sort of epic narrative about America, I wanted to simply spend time looking at other people and, hopefully, glimpse their interior life.”, sagt Soth.

Abgebildet sind Menschen mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Hintergründen, die er meist auf seinen Reisen unter anderem in Nordamerika und Europa getroffen hat. Sie werden in ihren Interieurs umgeben von persönlichen Objekten mit einer Großbildkamera fotografiert. Wie ist die Komplexität menschlicher Gefühle und metaphysischer Fragen nach dem Sein im Verhältnis zum Raum und zum Autor abbildbar? Das fragt auch Wallace Stevens (1879-1955) in seinem Gedicht The Gray Room (1917), dem der Titel dieser Serie entlehnt ist. Soth stellt sich dieser Frage, mittels determinierender Perspektiven, Spiegelungen sowie Schärfe und Unschärfe gestaltet er komplexe Bilder, die zwischen Interaktion und Distanz oszillieren. Gewissermaßen steht die Reflektion im Bild auch für die Reflektion des eigenen künstlerischen Prozesses. Physische und emotionale Präsenz der Dargestellten verknüpfen sich mit Soths eigenen Beobachtungen, wobei die Frage nach dem Verhältnis zwischen Porträtiertem und Autor offen bleibt.

Alec Soth lebt und arbeitet in Minneapolis, Minnesota. Seine Fotografien wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u. a.: Deichtorhallen, Haus der Fotografie, Hamburg (2018); National Science and Media Museum, London, Bradford (2015, 2017); The Finnish Museum of Photography, Helsinki, (2016-2017); Detroit Institute of Arts, Michigan (2016); El Museo de Bogotá (2013); Walker Art Center, Minneapolis (2010), Fotomuseum Winterthur (2008); Jeu de Paume, Paris (2008). Werke von Alec Soth befinden sich u.a. in folgenden Sammlungen: Art Collection Deutsche Börse, Frankfurt am Main; Los Angeles County Museum of Art; Museum of Contemporary Art, Chicago; Museum of Modern Art, New York; The Museum of Fine Arts, Houston; San Francisco Museum of Modern Art; Walker Art Center, Minneapolis; Whitney Museum of American Art, New York.

Die Publikation I Know How Furiously Your Heart Is Beating, herausgegeben von MACK Books, London (2019) dokumentiert die aktuelle gleichnamige Serie Soths und erscheint anlässlich der Ausstellungen bei Loock Galerie, Berlin; Weinstein Hammons Gallery, Minneapolis (15. März – 4. Mai 2019), Sean Kelly, New York (21. März – 27. April 2019) und Fraenkel Gallery, San Francisco (23. März  – 11. Mai 2019).